Nordamerika

400.000 Dollar Gewinn – US-Elitesoldat wegen Wetteinsatz vor Maduro-Entführung festgenommen

Ein 38-jähriger US-Elitesoldat wurde wegen Nutzung geheimer Informationen zur Erzielung von Gewinnen bei Wetten auf Prognosemärkten verhaftet und angeklagt. Laut dem US-Justizministerium geht es um eine Gewinnmarge von 400.000 Euro. Der Angeklagte war dabei an der Entführung Maduros im Januar direkt beteiligt.
400.000 Dollar Gewinn – US-Elitesoldat wegen Wetteinsatz vor Maduro-Entführung festgenommen© Urheberechtlich geschützt

Der US-Elitesoldat Gannon Ken Van Dyke, der laut Angaben der US-Justizbehörden im aktiven Dienst der US-Armee steht und in Fort Bragg stationiert ist, wurde in einem Militärstützpunkt in Fayetteville, North Carolina, festgenommen, da er geheime Informationen aus der Operation zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro genutzt hatte, um hohe Einsätze auf Prognosemärkten zu platzieren. Der 38-Jährige investierte rund 33.000 Dollar auf der Plattform Polymarket, auf der man nach dem Prinzip von Börsenkontrakten Wetten auf das Eintreten bestimmter Ereignisse abschließen kann.

Das US-Justizministerium informierte am Donnerstag in einer offiziellen Mitteilung darüber, dass ein US-Soldat wegen "Nutzung geheimer Informationen zur Erzielung von Gewinnen bei Wetten auf Prognosemärkten" verhaftet und angeklagt wurde. 

Der 38-jährige Van Dyke war laut den Ermittlungen und Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft ab dem 8. Dezember 2025 etwa einen Monat lang an der Planung und Durchführung der Entführung Maduros beteiligt, die am 3. Januar stattfand. Dabei hatte er Geheimhaltungsvereinbarungen unterzeichnet, in denen er sich verpflichtete, "keine geheimen oder sensiblen Informationen" im Zusammenhang mit der US-Operation preiszugeben.

Der Angeklagte verstieß jedoch mutwillig gegen die Vereinbarungen, um laut Staatsanwaltschaft "eine Reihe von Wetten abzuschließen", die darauf abzielten, dass der venezolanische Präsident Maduro bis zum 31. Januar 2026 nicht mehr im Amt sein werde. Der zuständige Staatsanwalt teilte mit:

"Der Angeklagte soll das in ihn gesetzte Vertrauen der Regierung der Vereinigten Staaten missbraucht haben, indem er geheime Informationen über eine sensible Militäroperation nutzte, um Wetten auf den Zeitpunkt und den Ausgang eben dieser Operation abzuschließen – und das alles, um sich einen Gewinn zu verschaffen. Das ist eindeutig Insiderhandel und nach Bundesrecht illegal."

Der Klageschrift zufolge schleuste Van Dyke seinen Gewinn von 400.000 Dollar über ein Kryptowährungs-Konto gezielt ins Ausland und beantragte zudem laut Ermittlungen bei Polymarket auch die strategische Schließung seines Accounts, um seine Identität zu verschleiern.

FBI-Direktor Kash Patel erklärte vor Journalisten, dass jeder US-Angestellte, "der über eine Sicherheitsfreigabe verfügt und daran denkt, seinen Zugang und sein Wissen zum persönlichen Vorteil zu nutzen, zur Rechenschaft gezogen wird".

Die Vorhersage-Plattformen Polymarket und Kalshi gelten laut US-Medienberichten seit geraumer Zeit als umstritten. Diverse Bundesstaaten versuchen, entsprechende Institutionen und Angebote wie Wettdienste stärker zu regulieren.

Nach Angaben des Justizministeriums wird Van Dyke nun unter anderem wegen "Telekommunikationsbetrugs, Warenterminbetrugs und der unrechtmäßigen Verwendung von Regierungsinformationen" angeklagt. Die "Commodity Futures Trading Commission" reichte eine parallele Klage ein, während der Anbieter Polymarket laut Medien angab, die verdächtigen Aktivitäten selbst entdeckt, gemeldet und mit den Justizbehörden kooperiert zu haben. "Insiderhandel hat bei Polymarket keinen Platz", erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme.

Laut dem britischen Guardian platzierten Händler seit Februar dieses Jahres Wetten im Wert von über einer Milliarde US-Dollar zu einem "perfekten Zeitpunkt", darunter eine Wette über 850.000 US-Dollar kurz vor den US-Luftangriffen auf Iran. Zudem wurde auf Entwicklungen auf dem Ölmarkt im Wert von rund 950 Millionen US-Dollar gewettet, wenige Stunden bevor US-Präsident Donald Trump einen Waffenstillstand ankündigte.

Allein diese Ankündigung sorgte laut der Nachrichtenagentur AP innerhalb weniger Tage für "mehr als 413 Millionen Wetten und einen Einsatz von über 100 Millionen US-Dollar" auf den Prognosemärkten.

Van Dyke setzte laut der Anklageschrift mehr als 32.500 Dollar Privatvermögen ein, um damit eine Reihe von Wetten darauf abzuschließen, ob der venezolanische Präsident zwischen dem 11. Dezember 2025 und dem 31. Januar 2026 aus dem Amt entfernt würde. Diese platzierte er zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar 2026. Dem angeklagten Soldaten droht nun laut US-Medien eine bis zu zehnjährige Haftstrafe. 

Auf die Realität von zunehmenden Wetten mit Bezug auf den Iran-Krieg angesprochen, erklärte US-Präsident Trump im Oval Office vor Journalisten, dass "es nun mal so ist", um wörtlich hinzuzufügen, dass "die ganze Welt leider zu einer Art Casino geworden ist".

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