Was die deutschen sozialen Medien an diesem Sonntag so erregt

Sonntagsruhe? Nicht in Deutschland.
Während der eine noch am Kaffee nippt und der andere versucht, halbwegs entspannt ins abkühlende letzte Augustwochenende zu starten, hat das politische Internet längst ein neues Aufregerthema gefunden.
Merz gegen die Kinderärztin
Nach der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" sorgt ein Bericht der Kinderärztin Bea Merscher für heftige Reaktionen. Merscher zufolge habe Bundeskanzler
Merz ihr gesagt, ihre Äußerungen in der Sendung seien "straffällig" gewesen.
Die Ärztin aus der RTL Sendung mit dem Bundeslügner hat sich jetzt nochmal zu Wort gemeldet und sagt, dass sich nach der Sendung die versammelten Gäste mit dem Kanzler zu einem Fototermin getroffen haben. Offenbar noch verärgert über den Streit während der Sendung, soll Merz Bea… pic.twitter.com/umtc6oJic1
— Michael 🇩🇪 (@Bundeskanz50246) August 29, 2026
In den sozialen Medien sorgt die Aussage schnell für Aufregung. Viele verstehen sie als indirekte Drohung nach dem Motto: Seien Sie künftig sehr vorsichtig, was Sie sagen.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt zudem Merschers Darstellung des anschließenden Gesprächs. Sie habe Merz ein weiteres Treffen angeboten – woraufhin dieser sie ausgelacht und mit den Worten "Ganz sicher nicht" reagiert habe.
Merz will wegen Leipziger Drohnen Konflikt mit Russland eskalieren, schreibt BILD. Kann man einem Mann vertrauen, der schon wegen einer harmlosen Kinderärztin die Contenance verliert? Gott steh uns bei. https://t.co/mDCr6Y35Gm
— Roland Tichy (@RolandTichy) August 29, 2026
Ob politische Auseinandersetzung, Missverständnis oder tatsächliche Drohung: Im Netz ist die Sache jedenfalls längst zum Sonntagsaufreger geworden.
Und dann ist da noch Sven Hüber: Mauerflüchtlinge "misshandeln und vernichten"
Doch damit ist die Aufregung noch lange nicht vorbei. Auch der Fall des ehemaligen GdP-Vizevorsitzenden Sven Hüber beschäftigt die sozialen Medien weiter.
Hüber war nach umstrittenen Äußerungen zur AfD von seinem Amt zurückgetreten. Nun rückt auch seine Vergangenheit erneut in den Fokus. Im Mittelpunkt stehen Vorgänge aus seiner früheren Tätigkeit als Politoffizier in einem DDR-Grenzregiment.
ZEUGEN GESUCHT:
— Max Mannhart (@maxmannhart) August 29, 2026
Apollo News vorliegende Dokumente zeigen konkrete Fluchtversuche und Schusswaffengebrauch in der Kompanie 3 des Grenzregiments 33, für die Sven Hüber als Politoffizier zuständig war. Wir würden das gerne vollständig aufarbeiten.
Uns erreichen viele…
Apollo News berichtet unter Berufung auf Akten über Vorgänge im Grenzregiment 33 und beleuchtet dabei auch Hübers damalige Rolle. Dem Bericht zufolge soll er als Politoffizier die Verwendung des Begriffs "vernichten" weiter durchgesetzt haben. Zudem geht es um seine mögliche Beteiligung an der Behandlung eines festgenommenen Flüchtlings.
Damit treffen mehrere Themen aufeinander, die in Deutschland bis heute für Aufmerksamkeit sorgen: die Aufarbeitung der DDR-Grenztruppen, der spätere Weg ehemaliger DDR-Kader in den Staatsdienst und der aktuelle politische Streit um die AfD.
Wenn die Opposition zu viele Wähler überzeugt, wird sie plötzlich zur Gefahr
Die Spitzenpolitiker Özdemir und Pistorius fordern einen Verbotsantrag gegen vier AfD‑Landesverbände. Die offiziellen Gründe? Natürlich geht es ausschließlich um die Demokratie.
Dass die AfD im Osten immer stärker wird und damit den Altparteien Wählerstimmen, Mandate und politische Macht streitig macht, ist selbstverständlich nur ein Zufall. Und wenn dieser Erfolg irgendwann auch den Westen erreicht, könnte es für die etablierten Parteien noch unangenehmer werden.
Am Ende bleibt die große demokratische Sorge: Eine Opposition ist offenbar dann besonders gefährlich, wenn sie zu viele Menschen überzeugt.
#UnsereDemokratiepic.twitter.com/T53ufr91Ga
— Sandra Meier (@SandraKMeier) August 29, 2026
"Magdeburg wird kein Vorort von Moskau": Özdemirs Angstkampagne geht nach hinten los
Und als wäre ein AfD-Verbot wenige Tage vor der Landtagswahl nicht schon genug, legt Cem Özdemir noch nach: Er warnt vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt und erklärt, er wolle nicht, dass "Magdeburg ein Vorort von Moskau wird".
Die AfD liegt in den Umfragen deutlich vorn, offenbar Anlass genug, im Wahlkampf nun auch Moskau ins Spiel zu bringen. Doch der Versuch, mit der Moskau-Warnung Angst zu schüren, scheint nicht aufzugehen – im Gegenteil: Er könnte für Özdemir und die etablierten Parteien nach hinten losgehen.
ELT heute:
— Ralf Rat (@ralf_rat) August 29, 2026
"Ich möchte nicht, dass Magdeburg
Vorort von MOSKAU wird“, warnt Özdemir vor AfD-Regierung"
Kommentar:
Und ich möchte nicht, "lieber" Özdemir, dass Stuttgart Vorort von
ISTAMBUL wird. Wer hier lebt, sollte sich AUCH MAL
INTEGRIEREN wollen! Oder, Özdemir?
🇩🇪 🇩🇪 pic.twitter.com/sIuGlaPm3E
Russische Tasse! Skandal! ☕️
Kiew-Fanatiker Paul Ronzheimer hat eine Tasse der russischen Armee entdeckt. Die Beweisführung scheint damit eindeutig: Wer aus einer russischen Tasse trinkt, plant offenbar schon die Eroberung Europas.
Noch besser sind allerdings die Kommentare unter seinem Tweet:
"Ich habe eine Tasse aus Nizza, Südfrankreich. Bedeutet das, ich möchte Frankreich erobern?"
Geopolitik kann manchmal erstaunlich einfach sein.
— basierterOssi🇩🇪 (@BasierterOssi) August 29, 2026
Wahl im Morgenmagazin
Der vom Morgenmagazin zur Wahl in Sachsen-Anhalt interviewte Influencer war zuvor für das öffentlich-rechtliche Jugendformat Funk tätig. Das sorgt nun für Diskussionen über die Auswahl der Gesprächspartner – insbesondere, wenn ein Beitrag den Eindruck eines unabhängigen Stimmenbildes vermitteln soll.
In Sachsen-Anhalt leben über zwei Millionen Menschen und der ÖRR schafft es mal wieder zuuufällig nur einen ehemaligen linken Mitarbeiter vor die Kamera zu bekommen. Und dann rumheulen und sich fragen, warum man ihren Drecksladen abschaffen will.
— Beaker (@Beaker4u) August 29, 2026
Siegmund macht Platz für alle: Großes Vision2026-Finale in Magdeburg
Ulrich Siegmund lädt zum großen Finale der Vision2026: Das Familienfest findet am 4. September 2026 ab 14 Uhr in Magdeburg auf der Festwiese am Kleinen Stadtmarsch statt. Statt wie ursprünglich geplant in Bitterfeld-Wolfen soll dort vor der historischen Wahl noch einmal das im Mittelpunkt stehen, wofür die Vision2026 steht: Gemeinschaft, Zusammenhalt und Aufbruch.
Nach den vergangenen Veranstaltungen in Merseburg und Quedlinburg habe sich gezeigt, dass mehr Platz benötigt werde, damit möglichst viele Menschen dabei sein können.
Neuer Ort für das große Finale – Familienfest am 04.09.2026 jetzt in Magdeburg!
— Ulrich Siegmund (@UlrichSiegmund) August 29, 2026
Lasst uns noch einmal vor der Wahl das leben, was die Vision2026 auszeichnet: Gemeinschaft, Zusammenhalt und Aufbruch.
Wir brauchen aber mehr Platz! Daher sehen wir uns nicht in Bitterfeld-Wolfen,… pic.twitter.com/OyDhmMzr5s
Europas Raubzug mit Ansage
Ganz ungeniert wird hier über Milliarden europäischer Steuergelder gesprochen, als wären sie persönliches Eigentum. Ursula von der Leyen behandelt das Geld der Bürger wie einen Blankoscheck – und genau das sorgt für Empörung.
Um @ulfposh zu zitieren: „Geil, dass das hier niemanden juckt!“ https://t.co/6WbsKXOnHJ
— Monika Gruber (@MonikaGruber24) August 29, 2026
Ausgerechnet ein Kaiseradler bringt Windpark Wullersdorf zu Fall
Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bau der fünf geplanten Windräder gestoppt, nachdem ein Horst eines streng geschützten Kaiseradlerpaares entdeckt wurde – nur rund 70 Meter von einer der Anlagen entfernt.
🙏Gesegnet sei der Kaiseradler!🙏 pic.twitter.com/MxBrj9jFuc
— SILBER-FRAU (@silverfrau) August 29, 2026
Eine einzelne Windkraftanlage sei damit nicht genehmigungsfähig. Doch damit war das gesamte Projekt erledigt: Auch die übrigen vier Anlagen dürfen nicht einfach gebaut werden, weil dadurch der gesetzliche UVP-Schwellenwert unterschritten würde. Der seit Jahren geplante Windpark mit insgesamt 34 Megawatt Leistung darf in der vorgesehenen Form daher nicht errichtet werden.
Schweiz: Protest gegen NATO-Nähe und Russland-Sanktionen
Und weil wir hier mitten in den Alpen sind, passt der nächste Tweet besonders gut: In der Schweiz, wo RT DE zunehmend auf großes Interesse stößt, gingen rund 2.000 Menschen für die Neutralität und die Aufhebung der Sanktionen – darunter auch der Maßnahmen gegen Russland – auf die Straße. Das Motto der Kundgebung in Bern: "Nein zur NATO, ja zur Neutralität."
"No to NATO, yes to neutrality"
— 𝕊𝕡𝕣𝕚𝕟𝕥𝕖𝕣 𝕻𝕣𝕖𝕤𝕤 (@SprinterPress) August 29, 2026
In Switzerland, 2,000 people participated in a rally advocating for neutrality and the lifting of sanctions, including those against Russia. pic.twitter.com/1vt2p3Yu6v
Mehr zum Thema – Niedrigster Stand beim Personal seit 2005 – Massiver Jobabbau in der Automobilindustrie
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